Nach der eher farblosen Zeit des Winters wird das erste Grün sichtbar, und die Blumen und Blütenbäume leuchten wie Farbtupfer. Die Schneeglöckchen welken, die Krokusse, Narzissen und Forsythien treten an ihre Stelle. Die Magnolienblüten stehen bereits in voller Pracht. Was im Dunkeln der Erde während den kurzen Tagen und langen Nächten vorbereitet wurde, kommt nun zum Vorschein. Alle Jahre wieder und doch jedes Mal bezaubernd neu.
Es ist eine Qualität des Frühlings, dass sichtbar wird, was im Verborgenen schon länger schlummert. In diesem Jahr tritt allerdings nicht nur Erfreuliches, sondern auch viel Belastendes ans Licht. Die Zeitgeschehnisse fordern uns dazu auf, tiefer zu schauen. Was säen wir? Was wollen wir ernten können?
Für mich - wie sicher auch für viele andere - ist dies in meiner Arbeit spürbar.
Bewährtes geht weiter: Biographiearbeit, Selbstfürsorge und Persönlichkeitsentwicklung haben sich in den Fortbildungskursen für Erzieher:innen als thematische Schwerpunkte herausgebildet. Parallel dazu erfüllt mich die Supervisionsarbeit. Inzwischen begleite ich z.B. zehn Kindergartenteams. Auch Einzelarbeit biete ich weiterhin an, insbesondere für Menschen, die schon länger mit mir arbeiten, und in begrenztem Umfang auch für neue Anfragen.
In den vergangenen Monaten war vieles in Bewegung, manches im Entstehen, manches auch jetzt noch nicht spruchreif. Projekte verdichten sich rund um Themen, die mir seit vielen Jahren wichtig sind: Spiritualität, Bildung und Heilung. Neues zeigt sich - hier vor Ort und überregional.
Große Freude bereitete mir die Buchveranstaltung am 10. Dezember, bei der mein Buch „Kraftquelle Spiritualität. Wie Religion und Spiritualität Resilienz fördern“ vorgestellt wurde. Inzwischen hat das Büchlein seinen Weg in die Welt gefunden. Besonders schön sind die persönlichen Rückmeldungen von Menschen, die darin etwas entdecken, womit sie in Resonanz gehen.
Für dieses Jahr stehen im Kalender eine Reihe von Tagungen, Gesprächen und Begegnungsräumen, an denen ich teilnehme und/oder zu denen ich beitragen darf. In unterschiedlichen Kontexten geht es dabei immer wieder um ähnliche Fragen: Wie können wir Spiritualität heute leben? Wie hängt dies mit Resilienz zusammen – im einzelnen Menschen und in Gemeinschaften?
Ein innerer Weg, den ich nun schon länger verfolge, wird äußerlich sichtbarer.
Im April findet in Witten die überregionale Innovationswerkstatt „Spiritualität und Praxis“ statt – ein Raum für Austausch und gemeinsames Forschen darüber, wie spirituelle Erfahrung im beruflichen und gesellschaftlichen Alltag lebendig werden kann. Wenige Tage später werde ich am Waldorfinstitut im Rahmen der Ringvorlesung „Mensch und Gesellschaft – Impulse für die Schule der Zukunft“ einen Vortrag mit anschließendem Gespräch halten zum Thema „Resilienz durch gelebte Spiritualität – wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Impulse“. Eine Teilnahme via Livestream ist übrigens möglich.
Im Mai führt mich der Weg zum Kongress Heiligenfeld, wo in diesem Jahr die große Frage bewegt wird, wer wir als Menschen eigentlich sind – in einer Welt, die sich gerade stark verändert.
Bei den Sommertagen der Anthroposophischen Gesellschaft im Juni in Bochum gestalte ich einen Workshop, und im Juli nehme ich an der internationalen Tagung der International Communal Studies Association teil, deren Schwerpunkt auf „Intentional Community Resilience in an Age of Uncertainty“ liegt. Dort geht es in meinem Workshop um die Frage, welche Rolle Sinn, Rituale und gelebte Spiritualität für die Resilienz von Gemeinschaften spielen können.
Im September bin ich bei einer Weiterbildungstagung in Zürich zu Gast und werde dafür eine Workshopreihe zum Thema Spiritualität und (Jugend-)Pädagogik vorbereiten.
Genaue Termine sind wie immer auf meiner Website im Kalender zu finden.
Es erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit, dass Erfahrungsräume und Ansätze, die ich schon lange lebe und pflege, zunehmend miteinander verwoben werden: Forschung und Praxis, Bildung und spirituelle Erfahrung, individuelle Entwicklung und gemeinschaftliches Lernen.
Ich wünsche uns allen eine belebende und hoffnungsvolle Frühlingszeit, in der das, was sich an Schönem und Gutem in der Stille des Winters entwickelt hat, sichtbar wird und die Herausforderungen uns immer mehr zu uns selbst - zu unserer menschlichen Essenz und unserem ko-kreativen Potenzial - führen.
Mit herzlichen Grüßen Griet Hellinckx |